Typ-2-Diabetes Fragen: bewusste Auswahl gesunder Lebensmittel im Supermarkt
07/22/2026

Marmelade darf man trotzdem essen: 8 Fragen zum Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes Fragen beschäftigen viele Menschen nach der Diagnose oder bei einem erhöhten Diabetesrisiko. Wir beantworten die zehn häufigsten Fragen verständlich und wissenschaftlich fundiert. Laut der International Diabetes Federation leben weltweit 589 Millionen Menschen mit dieser Diagnose – das entspricht etwa jedem zehnten Erwachsenen.

90–95 % aller Diabetesfälle entfallen auf den Typ-2-Diabetes. Bei dieser Erkrankung reagiert der Körper nicht mehr ausreichend auf Insulin – das Hormon, das dafür sorgt, dass Glukose aus dem Blut in die Körperzellen gelangt. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel steigt an.

Obwohl Typ-2-Diabetes weit verbreitet ist, halten sich bis heute zahlreiche Mythen. Manche glauben, die Krankheit betreffe ausschließlich Menschen mit Übergewicht, bedeute ein lebenslanges Verbot von Süßigkeiten oder verlaufe immer so deutlich, dass man sie unmöglich übersehen könne.

Die folgenden Typ-2-Diabetes Fragen gehören zu den häufigsten Themen in der ärztlichen Beratung.

Kann häufiger Marmeladenkonsum Typ-2-Diabetes verursachen?

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken:

  • Übergewicht,
  • ein Taillenumfang von mehr als 102 cm bei Männern bzw. 89 cm bei Frauen,
  • Eltern, Geschwister oder andere nahe Verwandte mit Diabetes,
  • ein Alter über 35 Jahre,
  • eine gestörte Glukosetoleranz bzw. Prädiabetes.

Bei jungen Menschen mit normalem Körpergewicht und ohne weitere Risikofaktoren ist das Risiko, allein durch den Verzehr von Marmelade an Typ-2-Diabetes zu erkranken, gering.

Dennoch lohnt es sich, die Ernährung abwechslungsreicher zu gestalten. Eine ausgewogene und vielfältige Ernährung kann das Risiko für Typ-2-Diabetes sowie andere chronische Erkrankungen senken. Wer unter Lebensmittelunverträglichkeiten oder besonderen Ernährungsproblemen leidet, sollte seinen Speiseplan gemeinsam mit einer Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsberater erstellen.

Christopher Abdelalhaleem, Gründer von Just Jam
Kein einzelnes Lebensmittel verursacht Typ-2-Diabetes. Entscheidend ist das Gesamtbild aus Ernährung, Bewegung und Lebensstil – nicht der gelegentliche Löffel Marmelade.

Welche Ernährungsgewohnheiten begünstigen die Entstehung von Diabetes?

Ein unregelmäßiger Essrhythmus allein gilt bei einer insgesamt ausgewogenen Ernährung nicht als direkter Risikofaktor für Typ-2-Diabetes. Allerdings kann er bei manchen Menschen dazu führen, dass sie insgesamt mehr essen als nötig.

Auch der häufige Verzehr kleiner Mengen an Kohlenhydraten führt nicht zwangsläufig zu Diabetes – vorausgesetzt, das Körpergewicht bleibt im Normalbereich und ausreichend Bewegung gehört zum Alltag.

Den größten Einfluss auf die Entstehung von Typ-2-Diabetes haben ein dauerhafter Kalorienüberschuss, eine Zunahme des Körperfettanteils und die Entwicklung einer Insulinresistenz – nicht die Anzahl der Mahlzeiten an sich.

Für die Vorbeugung ist es daher wichtiger, ein gesundes Körpergewicht zu halten, sich regelmäßig zu bewegen und sich ausgewogen zu ernähren, als sich strikt an eine bestimmte Anzahl von Mahlzeiten pro Tag zu halten.

Ist Typ-2-Diabetes erblich?

Wenn Typ-2-Diabetes in der Familie vorkommt, erhöht sich das persönliche Erkrankungsrisiko tatsächlich. Wie stark dieser Einfluss ist, hängt jedoch vom Verwandtschaftsgrad ab.

War nur eine Großmutter oder ein Großvater – also ein Verwandter zweiten Grades – betroffen, steigt das Risiko nur geringfügig. Studien zufolge liegt es etwa 10 % höher als bei Menschen ohne familiäre Vorbelastung.

Zum Vergleich: Hat ein naher Verwandter ersten Grades, etwa ein Elternteil, Bruder oder eine Schwester, Typ-2-Diabetes, verdoppelt sich das Erkrankungsrisiko ungefähr.

In absoluten Zahlen bedeutet das: Für einen Erwachsenen ohne familiäre Vorbelastung liegt das Risiko bei etwa 5 %. Ist ein Verwandter ersten Grades betroffen, steigt es auf rund 10–11 %. Liegt die Erkrankung nur bei den Großeltern vor, beträgt das Risiko etwa 6 %.

Wichtig ist jedoch: Nicht nur die Gene spielen eine Rolle. Innerhalb einer Familie ähneln sich häufig auch Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsverhalten und andere Aspekte des Lebensstils. Auch diese Faktoren beeinflussen das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Wie lässt sich das Risiko für Typ-2-Diabetes senken?

Das Risiko für Typ-2-Diabetes lässt sich auf verschiedene Weise deutlich reduzieren.

An erster Stelle steht ein gesundes Körpergewicht. Bei Übergewicht lohnt es sich, überschüssige Kilos abzubauen: Bereits eine Gewichtsabnahme von 3–7 % des Ausgangsgewichts kann das Erkrankungsrisiko erheblich senken.

Dabei helfen unter anderem:

  • den Anteil von zugesetztem Zucker auf weniger als 10 % der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen,
  • mehr Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und eiweißreiche Lebensmittel in den Speiseplan aufzunehmen,
  • auf ausreichend Schlaf zu achten.

Ebenso wichtig ist regelmäßige Bewegung. Empfohlen werden:

  • mindestens 150 Minuten pro Woche moderates Ausdauertraining oder 75–150 Minuten intensives Ausdauertraining,
  • zusätzlich mindestens zweimal pro Woche Krafttraining für alle wichtigen Muskelgruppen,
  • für ältere Menschen außerdem Gleichgewichts- und Koordinationsübungen, um Mobilität und Stabilität zu erhalten.

Zur regelmäßigen Kontrolle des Zuckerstoffwechsels genügt es in der Regel, einmal pro Jahr den Nüchternblutzucker sowie den Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) bestimmen zu lassen. Außerdem sollten der Blutdruck und das Lipidprofil regelmäßig kontrolliert werden, um mögliche Störungen frühzeitig zu erkennen, die den Glukosestoffwechsel beeinflussen können. 

Christopher Abdelalhaleem, Gründer von Just Jam
Schon kleine Veränderungen im Alltag können langfristig viel bewirken. Mehr Bewegung, weniger zugesetzter Zucker und hochwertige Lebensmittel sind oft die wirksamsten ersten Schritte.

Welche Untersuchungen sind notwendig, um Diabetes festzustellen?

Ob ein Diabetes vorliegt, lässt sich mithilfe einer Blutuntersuchung feststellen.

Die wichtigsten Laborwerte für die Diagnose sind:

  • der Nüchternblutzucker (Glukose im venösen Plasma),
  • der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c).

Zusätzlich kann der Arzt einen oralen Glukosetoleranztest (oGTT) empfehlen. Dabei wird der Blutzuckerspiegel zunächst nüchtern und anschließend zwei Stunden nach der Einnahme einer definierten Glukoselösung gemessen.

Welcher Diabetes-Typ vorliegt, lässt sich in den meisten Fällen anhand der klinischen Symptome bestimmen. In einigen Situationen sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, beispielsweise die Bestimmung des C-Peptids oder der Nachweis spezifischer Autoantikörper gegen Zellen der Bauchspeicheldrüse.

Stimmt es, dass Diabetes lange Zeit unbemerkt bleiben kann?

Ja. Besonders Typ-2-Diabetes verläuft häufig über einen längeren Zeitraum nahezu ohne Beschwerden. Das liegt daran, dass der Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigt und sich der Körper teilweise an die Veränderungen anpassen kann. Die klassischen Symptome – starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit oder ungewollter Gewichtsverlust – fehlen oft oder sind nur schwach ausgeprägt.

Nicht selten wird Diabetes daher zufällig entdeckt, etwa im Rahmen einer Blutuntersuchung oder erst dann, wenn bereits Folgeerkrankungen aufgetreten sind.

Warum ist der Blutzucker morgens nüchtern erhöht?

In der zweiten Nachthälfte steigt die Produktion bestimmter Hormone – insbesondere Cortisol und Wachstumshormon – ganz natürlich an. Diese Hormone wirken dem Insulin entgegen. Dadurch kann der Blutzuckerspiegel am Morgen, wenn der Nüchternblutzucker gemessen wird, erhöht sein.

Weitere Faktoren, die einen erhöhten Nüchternblutzucker begünstigen können, sind:

  • eine verstärkte Glukoseproduktion in der Leber,
  • zunehmendes Alter,
  • Schlafstörungen,
  • die Einnahme bestimmter Medikamente,
  • Begleiterkrankungen.

Ist der Blutzucker nur nüchtern erhöht, während die Werte im Tagesverlauf normal bleiben, spricht man von einer gestörten Nüchternglykämie (Impaired Fasting Glucose, IFG). Dieser Zustand ist für sich genommen nicht gefährlich, gilt jedoch als Hinweis auf ein erhöhtes Stoffwechselrisiko und ein höheres Risiko, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Um dieses Risiko zu verringern, sollte das weitere Vorgehen mit einem Endokrinologen besprochen werden. In der Regel gehören dazu regelmäßige Kontrollen von:

  • Nüchternblutzucker,
  • Blutzucker im oralen Glukosetoleranztest (oGTT),
  • HbA1c (Langzeitblutzucker),
  • Blutfettwerten,
  • Blutdruck.

Die wichtigste Maßnahme bei einer gestörten Nüchternglykämie besteht darin, bei Übergewicht das Körpergewicht zu reduzieren, sich ausgewogen zu ernähren, sich täglich ausreichend zu bewegen und für einen gesunden Schlaf zu sorgen. Medikamente werden meist erst dann notwendig, wenn sich die Stoffwechselstörung im Laufe der Zeit verschlechtert.

Auch rund um die Ernährung gehören diese Typ-2-Diabetes Fragen zu den häufigsten Unsicherheiten.

Wie sollte man sich bei Typ-2-Diabetes ernähren?

Komplexe Kohlenhydrate, beispielsweise Buchweizen, gehören zu einer ausgewogenen Ernährung. Besonders empfehlenswert ist die Kombination aus komplexen Kohlenhydraten, Eiweiß und Ballaststoffen. Ein ideales Frühstück besteht daher aus allen drei Komponenten – zum Beispiel Eiern, Gemüse und einer kleinen Portion Getreidebrei.

Komplexe Kohlenhydrate können täglich in moderaten Mengen verzehrt werden, sofern der Blutzuckerspiegel nach der Mahlzeit nicht übermäßig ansteigt.

Das Frühstück auszulassen ist grundsätzlich möglich, wenn dadurch weder Hungergefühl noch gesundheitliche Beschwerden entstehen und der behandelnde Arzt keine Medikamente verordnet hat, die eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) verursachen können.

Die Anzahl der Mahlzeiten pro Tag ist dagegen von untergeordneter Bedeutung. Entscheidend sind vielmehr die Zusammensetzung der Mahlzeiten und eine insgesamt ausgewogene Energiebilanz.

Christopher Abdelalhaleem, Gründer von Just Jam
Menschen mit Typ-2-Diabetes müssen nicht auf Genuss verzichten. Viel wichtiger als Verbote sind ausgewogene Mahlzeiten und Produkte mit verständlichen Zutaten.

Zum Abschluss beantworten wir weitere Typ-2-Diabetes Fragen, die im Alltag besonders häufig gestellt werden.

Was ist bei Typ-2-Diabetes erlaubt – und was nicht?

Mehr als drei Mahlzeiten am Tag essen

Ja. Moderne Ernährungsempfehlungen für Menschen mit Diabetes schreiben keine feste Anzahl an Mahlzeiten vor. Sie können sich an Ihrem Hungergefühl orientieren und so oft essen, wie es zu Ihrem Alltag passt. Wichtig ist lediglich, die vom Arzt festgelegte Insulindosis vor oder nach jeder Mahlzeit entsprechend anzupassen.

Zwischendurch snacken

Ja. Auch die American Diabetes Association (ADA) verbietet Zwischenmahlzeiten nicht. Snacks sind aus ernährungsphysiologischer Sicht nichts anderes als kleinere Mahlzeiten. Entscheidend ist, sie bei der Berechnung der Insulindosis zu berücksichtigen.

Lebensmittel mit hohem glykämischen Index essen

Ja – in Maßen. Der glykämische Index (GI) beschreibt, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Zu den Lebensmitteln mit hohem GI gehören unter anderem Süßigkeiten, einige süße Obst- und Gemüsesorten, Weißmehlprodukte, weißer Reis, Grieß, Couscous und andere stark raffinierte Getreideprodukte.

Abends Kohlenhydrate essen

Ja. Übergewicht erhöht bei Diabetes das Risiko für Folgeerkrankungen. Deshalb verzichten manche Menschen abends bewusst auf Kohlenhydrate.

Tatsächlich hängt eine Gewichtszunahme jedoch nicht vom Zeitpunkt der Mahlzeit, sondern von der gesamten Energiebilanz ab. Man nimmt nur dann zu, wenn über den Tag hinweg mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht werden.

Zuckeraustauschstoffe verwenden

Ja – in moderaten Mengen. Einige Süßungsmittel wie Erythrit, Sucralose oder Saccharin beeinflussen den Blutzuckerspiegel praktisch nicht. Andere, etwa Mannit, Sorbit oder Xylit, können ihn leicht ansteigen lassen.

 

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